Mitte 2003 gab es eine folgenschwere Begegnung. Unserem Verlag wurden phantastische Geschichten zugespielt,
die sich in einem Ort namens Mühlheim abgespielt haben sollen. Nach Aussage der Beteiligten gab es für die Auswahl
unseres Verlages "Ahead and Amazing" zwei Gründe. Der eine war das Verlagsprogramm, der andere ein lokaler, denn...

... Mühlheim liegt in Nordfriesland.


Es war im Spätsommer 2003, als ich Eliza wiedetraf. Wir hatten mal etwas miteinander, vor Jahren, aber es war aber nur eine kurze Episode.
Jetzt stand sie vor der Bühne in dem Musiklokal, das ich hin und wieder gern besuche. Es war eine Folk- und Blues-Veranstaltung und ich weiß noch genau den Titel des Stückes, das sie gerade spielten, weil man so gut mitsingen konnte. Außerdem gefiel mir die Aussage: "Baby let your hair grow long!" Der Name der Band ist mir entfallen, es spielten mehrere an diesem Abend, alle waren mir unbekannt. Eliza kannte die Band wohl besser, sie wippte mit und sang den Refrain. In der Pause tranken wir ein Bier.

"Was machst du jetzt so?" fragte ich sie.
"Ich schreibe." war ihre kurze Antwort. Und auf weiteres Fragen meinerseits: "Ein Buch. Phantastik. Aber eher für junge Leute."
Sie sah anzüglich an mir herunter. Es ärgerte mich, aber ich ließ mir nichts anmerken.
"Und? Um was geht es da?" Seit meiner Jugend lese ich Science Fiction. Es interessierte mich schon, woran sie da arbeitete.
"Um die Wahrscheinlichkeit. Oder Unwahrscheinlichkeit, wie du willst. Zum Beispiel, daß wir uns hier wiedergetroffen haben. Ich schreibe von Reisen in Welten, die es eigentlich nicht geben dürfte. Wenn man mal davon absieht, wie unwahrscheinlich unsere hier ist." Sie lächelte mich rätselhaft an. Bitte nicht wieder diese Nummer, dachte ich, aber ich war ganz Ohr.
"Hast du schon einen Verleger?" fragte ich.
"Nö, da mach ich mir keine Gedanken drum. Der kommt schon, wenn es soweit ist."
"Dann ist es jetzt nicht soweit?", warf ich spaßeshalber ein.
"Wieso?" Sie zog ihre Augenbrauen hoch und es sah zu meinem Kummer immer noch hinreißend aus.
"Nun, ich könnte dich fragen, ob ich dich verlegen darf?" Sie merkte auf und ich wurde verlegen. "Das ist jetzt wirklich eine geschäftliche Anfrage. Logisch, daß ich erst mal was lesen möchte!" Ich gab ihr meine neue Adresse. Hatte ich tatsächlich etwas von Ihr erwartet? Ich glaube, ja.

Drei Tage später lag ein dicker Umschlag vor mir auf dem Schreibtisch. Ich schaute das Skript durch und stutzte. Eliza meldete sich nicht sofort, als ich anrief. Sie klang etwas müde.
"Hallo, wie geht es dir? Habe ich dich geweckt?", fragte ich vorsichtig.
"Nein, nicht wirklich", war die vielsagende Antwort.
"Vielen Dank für dein Skript. Ich denke, das ist eine gute Sache, sollte man vielleicht machen. Allerdings ist mir etwas aufgefallen."
"Ja?" Sie klang merkwürdig weit weg, ganz anders als bei unserer letzten Begegnung.
"Nun, es ist das zweite Buch deiner angekündigten Reihe. Wo ist das erste?"
"Hmmm", klang es undeutlich am anderen Ende der Leitung. Dann, als würde sie sich besonders aufraffen müssen, um es mir zu sagen: "Das ist das Buch. Das erste gibt`s nicht. Dazu hab ich keine Lust gehabt."
"Wie bitte? Keine Lust?" So etwas hatte mir noch kein Autor erzählt. "Aber es ist doch dein Ding. Wer soll das dann machen?"
"Keine Ahnung. Im ersten muß man alles einführen, und erklären. Kannst du ja schreiben."
"Eliza?"
"Ja?"
"Es sollen nach deinen Angabe fünf Bücher werden. Wann kommt dann das dritte Buch? Oder ist dir das auch zu langweilig?"
"Bald. Ich denke drüber nach." Sie klang wirklich sehr müde, als hätte sie die ganze Nacht nicht geschlafen. Vielleicht arbeitete sie nachts.
"Dir geht`s doch gut?"
"Doch, ich denke schon. Ich schaff´ das schon..." Ihre Stimme erstarb.

Dann, nach einer Weile, als ich überlegte, ob ich das Gespräch einfach beenden sollte, raffte sie sich wieder auf.
"Es ist nur... weißt du, es ist komisch. Glaubst du, daß es diese anderen Welten gibt?"
Ich stutzte. Was meinte sie damit? "Woher soll ich das wissen, es ist doch deine Buchidee. Ich denke, solange man an etwas schreibt, glaubt man dran, sonst tut man sich schwer mit so einem Buch."
"Danke." Sie klang etwas erleichtert. Mir war schleierhaft, warum. Was hatte ich so tröstendes gesagt?
"Seit einiger Zeit...", begann sie wieder, dann zögerte sie. "Gestern ist die Wand zum Flur wieder verschwunden. Man konnte weit schauen, und da standen so komische Türme. Es war nur kurz, dann war es wieder weg. Ich habe es mir nicht eingebildet. Es war da. Und sie haben mich gerufen."
"Eliza..." Es gab einen Knacks am anderen Ende der Leitung. Es klang, als ob man einen Telefonhörer auf den Tisch gelegt hätte. Ich konnte noch ein paar Geräusche hören.
"Eliza!" Nichts, dann Schritte. Plötzlich Stille.
"Eliza!"
Keine Antwort.Seither habe ich nichts mehr von Eliza gehört. Aber ich bekam Post. Briefe aus anderen Welten...Manfred Jelinski zeichnete die Abenteuer der Einwohner von Mühlheim und der umliegenden Welten für Sie auf und veröffentlichte sie. Die Geschichten sind als "Die Bücher Mühlheim" hier im Shop erhältlich.

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Eliza Sternburg

Chronologischer Ablauf

27.8.2003:
Verleger M.O.Jelinski trifft Eliza Sternburg in "McKenzie`s Blues Cottage"

11.10.2003:
Das "Projekt Mühlheim" nimmt Gestalt an. Eliza schickt weitere Unterlagen und eine Karte.

Februar 2004:
Rose-Marie Staub-Winkler beginnt, aus dürftigen Unterlagen Zeichnungen der beteiligten Personen zu erstellen.

April 2004:
1.4. 2004 - Die erste Auflage des ersten Buches "Das geheime Tor der alten Mühle kommt aus der Druckerei.

Mai 2004:
Eliza ist unauffindbar. Ihr Telefon ist tot, Briefe kommen mit "unbekannt verzogen" zurück.

Sommer/Herbst 2004:
Das zweite Buch "Das Tor der Dinosaurier" wird vorbereitet.

November 2004:
Am 4.11.2004 findest sich ein Päckchen im Briefkasten. Darin ein paar CDs und mehrere Dokumente. Die Schriftstücke werden eilig in den Anhang zum zweiten Buch eingearbeitet. Man beschließt im Verlag, die Musik von FPM als Beilage zu verwenden. Die anderen CDs rufen nur Verwirrung hervor: alle Platten der Beatles nach 1972. Es ist klar, daß es in dieser Wahrscheinlichkeit unmöglich sein wird, diese zu veröffentlichen.

20.November 2004:
Erster Studiotermin für die Aufnahmen zum Hörbuch. Frank Schaff, die deutsche Stimme von Ethan Hawke und Joseph Fiennes liest "Das geheime Tor der alten Mühle".

1. Dezember 2004:
Die erste Auflage des zweiten Buches erscheint.Die zweite Auflage des ersten Buches trifft ein.

4.Dezember 2004:
Erste Lesung mit Ausschnitten des ersten und zweiten Buches in Berlin, vorgetragen von M.O.Jelinski

6.Dezember 2004:
Der Hamburger Modellbauer R. Braunschweig übermittelt die Daten zu den ersten Mühlheimer Häusern, die er nach einigen Skizzen aus Elizas Skript konmstruiert hat.

17.Dezember 2004:
Die ersten Modellbau- bögen kommen aus der Druckerei. Es sind die alte Mühle, das Haus Nr. 19 und der Kiosk.

27. Januar 2005:
Eine Klasse der Europaschule Luxemburg nimmt im Deutschunterricht "Das Tor der Dinosaurier" durch.

26. Februar 2005:
Lesungen in Husum und Schleswig/Nordfriesland. Mitwirkende: Frank Schaff und FPM

11.10.2003:
Das "Projekt Mühlheim" nimmt Gestalt an. Eliza schickt weitere Unterlagen und eine Karte.

Februar 2004:
Rose-Marie Staub-Winkler beginnt, aus dürftigen Unterlagen Zeichnungen der beteiligten Personen zu erstellen.

April 2004:
1.4. 2004 - Die erste Auflage des ersten Buches "Das geheime Tor der alten Mühle kommt aus der Druckerei.

Mai 2004:
Eliza ist unauffindbar. Ihr Telefon ist tot, Briefe kommen mit "unbekannt verzogen" zurück.

Sommer/Herbst 2004:
Das zweite Buch "Das Tor der Dinosaurier" wird vorbereitet.

November 2004:
Am 4.11.2004 findest sich ein Päckchen im Briefkasten. Darin ein paar CDs und mehrere Dokumente. Die Schriftstücke werden eilig in den Anhang zum zweiten Buch eingearbeitet. Man beschließt im Verlag, die Musik von FPM als Beilage zu verwenden. Die anderen CDs rufen nur Verwirrung hervor: alle Platten der Beatles nach 1972. Es ist klar, daß es in dieser Wahrscheinlichkeit unmöglich sein wird, diese zu veröffentlichen.

20.November 2004:
Erster Studiotermin für die Aufnahmen zum Hörbuch. Frank Schaff, die deutsche Stimme von Ethan Hawke und Joseph Fiennes liest "Das geheime Tor der alten Mühle".

1. Dezember 2004:
Die erste Auflage des zweiten Buches erscheint.Die zweite Auflage des ersten Buches trifft ein.

4.Dezember 2004:
Erste Lesung mit Ausschnitten des ersten und zweiten Buches in Berlin, vorgetragen von M.O.Jelinski

6.Dezember 2004:
Der Hamburger Modellbauer R. Braunschweig übermittelt die Daten zu den ersten Mühlheimer Häusern, die er nach einigen Skizzen aus Elizas Skript konmstruiert hat.

17.Dezember 2004:
Die ersten Modellbau- bögen kommen aus der Druckerei. Es sind die alte Mühle, das Haus Nr. 19 und der Kiosk.

27. Januar 2005:
Eine Klasse der Europaschule Luxemburg nimmt im Deutschunterricht "Das Tor der Dinosaurier" durch.

26. Februar 2005:
Lesungen in Husum und Schleswig/Nordfriesland. Mitwirkende: Frank Schaff und FPM

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